Wie es sich anfühlt, wenn man plötzlich im Körper nur noch Panik fühlt, wenn Angst einem komplett überflutet und eine innere Alarmbereitschaft jegliches klares Denken und Handeln unmöglich macht. Es fühlt sich an, wie wenn Bomben explodieren, implodieren, es passiert im inneren und ist ziemlich zerstörisch – gefühlt im eigenen Körper. Falls du solche Gefühle in dir oder bei nahestehenden Personen kennst, lade ich dich hier zu einem Artikel ein, der die auslösenden Ursachen und Heilungsmöglichkeiten von Ängsten und Panik im Körper aus meiner Erfahrung raus beschreibt.

Panik im Körper ist der purer Stress für dein ganzes System. Und ja, es ist hochanstrengend und es fühlt sich äußerst lebensbedrohlich an. Auch als posttraumatische Belastungsstörungen gekennzeichnet, ist es doch sehr oft eine Folge von köperlicher, sexueller oder/und emotionaler Gewalt.

Viele von uns, die Gewalt und Vernachlässigung massiv erlebt haben, erinnern sich gar nicht mehr so richtig daran. Oder, was ich auch von mir kenne und in meinen Traumaberatungen häufig erlebe, wir bagatellisieren mit aller Kraft das Erlebte. „war ja gar nicht so schlimm“, „ist ja schon vorbei“, „vielen ist es ähnlich ergangen“, „ich hab mich tapfer geschlagen“… und so weiter. Kennst du auch soetwas von dir und hast du gleichzeitig solch heftige Explosionen in deinem Körper?

Der Film „Blindgänger“ und zeitgleich auch meine eigenen Erlebnisse haben mich inspiriert, diesen Artikel für dich zu schreiben.

Wenn Bomben aus dem zweiten Weltkrieg gefunden werden, ist meist großer „Bombenalarm“. Und es gibt mehrere Wege, die Gefahr einer plötzlichen Explosion zu mindern und zu verhindern.

1.) – die Bombe könnte von alleine oder vor allem bei Erschütterung explodieren und sehr viel zerstören

Wenn wir als kleinste oder auch größere Kinder Gewalt, meist im nahen Umfeld, erlitten haben, fühlt sich das im Körper ähnlich an, wie ein Bombe, die hochgeht. Aber es findet in unserem „INNEREN“ statt, meist bekommt es niemand mit. Denn wenn es ziemlich schnell jemand (die Mutter?!, der Vater?!, unsere Großeltern?!) erkennne und fühlen würde, was wir im inneren erleiden, wie wir uns fühlen, kämen wir in einen gesunden Kontakt und könnten unseren Schmerz zeigen, teilen und damit verarbeiten.

Leider passiert das genau in den wenigesten Fällen, meistens, bleibt die ganze Not in uns stecken und unsere kindliche Psyche muß einen Weg finden, damit wir diesen hochexplosiven Stress und Schmerz überleben. Spaltungen von uns selbst, Spaltungen von den Erinnerungen, Trennungen von den Gefühlen findet statt. Wir sind dann plötzlich in einem „Funktionieren-Modus“ und Empfindungen sind „gedimmt“.

Aber unsere „Blindgänger“ existieren noch im Körper und manchmal werden sie angetriggert und wir fühlen uns dann in großer Not. Auch noch als Erwachsene. Hier findet dann etwas ähnliches statt, wie bei der Bergung von echten Blindängern aus dem Krieg: wir vermeiden tunlichst jede „Erschütterung“, damit die Bombe in uns nicht mehr hochgeht. Dazu könnte gehören:

– keine emotionale wirkliche Nähe. Lieber haben wir dann Drama, Streit und sind alleine – als wie das wir uns wirklich tief und offen einlassen

– keine körperlichen Kontakt, auch wieder Nähe, aber auch Sexualität und Bewegung, Sport gehören hier genauso dazu

– wir verkriechen uns, wir sind nicht mehr wirklich sichtbar (ziemlich schwierig für Berufliches und Selbstständigkeit!)

 

2.) – wir erkennen die Bombe, den Blindgänger in uns uns und beschließen, sie loszuwerden

Dazu kann ich dir nur von meinen eigenen Erfahrungen und von denjenigen, die ich in meinen Trauma-Aufstellungen begleite, berichten:

um so einen schmerzhaften, höchst bedrohlichen Sprengsatz aus unserem Körper und mit dem Verstand gekoppelten Bewusstsein, es zu verändern, es herauszubringen, gibt es eine wirksame Möglichkeit:

Die Bombe hochgehen zu lassen, aber entschärft.

Das bedeutet in der Traumaarbeit:

– wir erkennen, das die wirklich Bedrohung von sexueller, körperlicher und emotionaler Gewalt vorbei ist und (du bekommst KLARHEIT!)

– wir erinnern uns vollständig daran, was uns passiert ist UND wie sich das für uns angefühlt hat.

Dazu eignen sich die Traumaaufstellungen in ihrer Wirksamkeit sehr gut, das du die gespaltenen Anteile, die während der entsetzlichen Übergriffe entstehen, verstehen und fühlen lernst.

In einem für dich sicheren und machbaren Tempo.

Trotzdem gibt es dann Tage und Stunden, wo sich die ganze, meist eben kindliche Not nochmal in deinem Körper in voller Wucht zeigt. Wir sind dann aber in unserem gesunden, mitfühlenden, erwachsenem „ICH“ und für uns selbst da. Das ist der Moment, wo die ganze ´Situation nochmal hochgeht und gleichzeitig in dir, in deinem Gehirn und in deinem Körper sich wandeln und verändern darf. Trotzdem kosten diese Tage und Stunden unsere ganze Kraft, ich selbst nehme mir dann ein paar Tage Zeit, um meine Trauma-Ich-Anteile, meine abgespaltenen Erinnerungen und Gefühle zu fühlen und zu integrieren. Diese Zeit lohnt sich!

Die gute Erfahrung ist diesmal, das du selbst mitfühlend mit dir bist. Manchmal gibt es sogar dann auch echte, mitfühlende kontakte in deiner Nähe, was wir dann meist wie ein Wunder dankbar erleben. Menschen, die dir glauben, die dich lieben und für dich da sind ♥.

Damit können wir eigene, innere Bomben entschärfen, hochgehen lassen und erobern uns gleichzeitig unsere volle Lebenskraft und Liebe.

viel Erfolg dir und viel Mut, dir selbst näher zu kommen.

von Herzen,

Sabine

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