Aus Panikattacken rausfinden lernen – Grundlangenwissen zu Trauma

Aus Panikattacken rausfinden lernen – Grundlangenwissen zu Trauma

By am Okt 5, 2014 in über Sabine - ganz Persönlich | 0 comments

„Stell dich nicht so an“,  “ da ist doch gar keine Gefahr“, „denk halt an was schönes“, „ich bin doch da“ … sind alles gutgemeinte Ratschläge (oder auch weniger gut 😉 ) die ich zu hören bekam, als ich noch sehr schnell und oft Panikattacken hatte. Es gab Zeiten, da konnte ich nicht mal mehr in einem Supermarkt einkaufen gehen, der ein bißchen größer war, und ich dann den Ausgang nicht mehr im Blick hatte. Ganz zu schweigen von einem Einkaufszentrum, Kino, U-Bahn und sonstigem. Außerdem hatte ich als Beifahrerin auch innerhalb von Sekunden Todesangst und Übelkeit – und keine Ahnung warum.

Auch hatte ich massive Existenzängste, das eigene Leben nicht bewältigen zu können. Auch diese Angst kann Panikattacken auslösen, indem man z.b. nicht mehr wirklich denken kann, panisch im Körper sich fühlt und manchmal das Gefühl hat, den Verstand zu verlieren.

Menschen, die soetwas nicht kennen oder in ihrer Nähe erfahren haben, können sich wahrscheinlich schwer vorstellen, wie ohnmächtig man sich in so einer Situation ausgeliefert fühlt. Ich bin so froh, das ich einen wirksamen und machbaren Weg für mich gefunden habe, wie ich aus den Panikattacken und der lähmenden Ohnmacht herausfinden konnte!

Das ist alles andere als einfach, und es bedeutet weder, das ich irgendwelche Glaubenssätze löschen, noch irgendwelche Ängste weiter verdrängen muß. Und es bedeutet auch nicht, das ich Medikamente, Kügelchen oder Klopfen dazu brauche.

Ich erzähle dir jetzt, wie ich meinen Weg aus meinen Panikattacken herausgefunden hab

Ich bin tief davon überzeugt, das wir nicht einfach so Panikattacken und Ängste haben. Für mich gibt es für ein solches Verhalten meist einen wirklichen Grund und ein prägendes Ereignis.

Zwei Formen von Ängsten möchte ich dir nun beschreiben:

1) übernommene Traumata, übernommene Ängste unserer Eltern oder Großeltern

Ich hatte sehr lange Angst, München bei großer Hitze im Sommer zu besuchen. Und schon gar nicht mit meinen kleinen beiden Kindern (sehr zu deren Bedauern, weil es dort oftmal tolle Festivals gab – wo wir nicht hingingen!). Ich hatte das komische Gefühl, München nicht lebend zu verlassen, das die Häuser einstürzen, das etwas Schlimmes passieren könnte.

Klar war das nicht real! Aber diese Bilder und diese Gefühle in mir habe sich soo real angefühlt, das ich es einfach nicht getan habe.

Im Laufe meiner Ausbildung zur Systemischen Familienaufstellerin habe ich dann verstanden, das es auch übernommes Leid geben kann, das solch immense Wirkung hat. Und tatsächlich habe ich dann herausgefunden, das meine Oma mit meiner Tante und meinem Vater, entsetzliche Monate in Dresden während des Krieges erlebt hat und als eine der letzten noch mit einem Zug fliehen konnte, bevor Dresden total zerstört wurde.

Diese schlimmer Kriegstrauma meines Vaters und seiner Mutter hatte ich symbiotisch übernommen. Allein das Wissen dazu und eine Aufstellung haben mir geholfen, mich davon zu befreien und mittlerweile kann ich bei jeglichen Wetter in die Stadt fahren und es genießen!

2) Die zweite Form von Ängsten, von Panikattacken:

Dies ist nun der wesentlich schmerzhaftere und schwierigere Teil. Hier geht es nun um Ängste, die du als Kind wirklich erleben mußtest. Ich war schon von klein auf verschiedenster Gewalt ausgesetzt und hatte keine Erinnerungen daran. Meine Kindheit war einfach bis zum Schulalter schwarz.

Die Panikattacken, die ich im Auto oder beim Einkaufen erlebt habe, gehörten alle zu realen, für mich lebensbedrohlich erfahren Erlebnissen. Wenn wir ohnmächtig und total hilflos einer Situation ausgesetzt sind (das kann Naturgewalt genauso sein wie körperliche, sexuelle und emotionale Gewalt in deiner Familie oder in deinem Umfeld), gibt es einen „Notfallmechnismus“ in uns. Die Psyche steckt dann die Angst, die Traurigkeit, die Verzweiflung sozusagen in eine Art „Keller“ und Überlebensanteile entstehen und übernehmen das Funktionieren und Weiterleben.

Wenn du dann eine Art „Trigger“ erlebst und eine ähnliche Situation erfährst, wie z.B. eine Warteschlange an der Kasse, die bei mir ausgereicht hat, das Gefühl in mir hochzuholen: ich komme hier nicht weg und ich bin in Lebensgefahr!

Wie du dich kurzfristig stabilisieren kannst, hab ich in den aktuellen Sternennews beschrieben.

Langfristig, dauerhaft und vor allem mit deinen gesunden Kräften ist es möglich, die Situaiton von damals in deine Erinnerung zurückzuholen, und es ist möglich, mit den Anteilen von dir, die noch genauso mit all ihrer Angst und Verzweiflung in deinem „Keller“ sitzen, in mitfühlenden Kontakt zu kommen.

Nein, es geht nicht darum, diese zu retten und in Sicherheit zu bringen, wie ich es auch schon probiert hatte und es nur kurzfristig oder gar nicht wirkt.

Es geht darum, das du deine verlorenen Gefühle und Erinnerungen ganz achtsam und mitfühlend integrieren lernst. Das ist dann kurzzeitg, nochmal sehr schmerzhaft, traurig, berührend. Vor allem in einem geschützten Rahmen einer Aufstellung mit dem Anliegen kannst du das in Begleitung fühlen lernen. Das ist der Moment, wo endlich die Gefühle von damals gefühlt, entladen und integriert werden können.

Erinnerungen hochholen

Erinnerungen hochholen

Falls du dich immer noch in einem destruktiven Umfeld befindest, ist dieser Schritt meistens dann noch nicht möglich. Erst wenn du ein sicheres, stabiles und liebevolles Umfeld und Kontakt in dir herstellen kannst, kommst du dir näher.

Empfehlen kann ich dir dazu meine Kollegen, die auch nach der Methode von Prof. Franz RuppertAufstellen des Anliegens“ arbeiten. Genauso, wie ich dich auch von Herzen gern mit deinem Anliegen begleite!

 hier  ein neues wundervolles Feedback einer Kundin:

In den Aufstellungen konnte ich dich als Stellvertreterin für meine zutiefst verletzten Anteile sehen und mitfühlen. Diese abgespaltenen Anteile konnte ich so nach und nach wieder integrieren und ich fühlte mich wie ein Puzzle, das wieder zusammengefügt wird. Nach jeder Auftellung erkannte ich mehr die Zusammenhänge und spürte ich, wie ich stabiler wurde, auch wenn sich ab und zu noch Angstzustände in abgemilderter Form bemerkbar machten.

Ich hatte jetzt eine Ahnung von dem Gefühl der gesunden Autonomie, von der Du gesprochen hast. Hier kannst du weiterlesen!

Inzwischen kann ich auch voller Freude einkaufen 😉 … und wünsche dir das auch!

♥ Sabine

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